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Quarantäne

Das Land Niedersachsen hat kürzlich die „Niedersächsische SARS-CoV-2_Absonderungsverordnung“ auf den Weg gebracht. Seit dem 21. September gelten nunmehr landesweit einheitliche Regelungen im Hinblick auf Quarantänemaßnahmen für positiv auf das Coronavirus getestete Personen und deren enge Kontaktpersonen. Damit sollen insbesondere die kommunalen Gesundheitsämter entlastet werden.

Was hat sich geändert?

Bisher musste stets das Gesundheitsamt die Quarantäne in entsprechenden Fällen offiziell anordnen. Nun beginnt für die betroffenen Personen eine gesetzliche Absonderungspflicht bereits mit dem Augenblick der Kenntnisnahme darüber, positiv getestet oder eine enge Kontaktpersonen zu sein. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Absonderungsverordnung nunmehr die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger stärker in den Mittelpunkt rückt. Rechtlich ist eine offizielle Quarantäneanordnung durch die Gesundheitsämter nicht länger notwendig.

Damit die Bürgerinnen und Bürger zukünftig ihrer Meldepflicht nachkommen können, kann das positive Testergebnis sowie die engen Kontaktpersonen per Mail an gesundheitsamt(at)lk.wittmund.de mitgeteilt werden.

Was bedeutet Absonderung oder Quarantäne?

Absonderung bzw. Quarantäne bedeutet, dass Sie sich für die jeweils geltende Dauer der Absonderungspflicht ohne persönliche Kontakte zu anderen Menschen zuhause isolieren müssen. Das heißt, Sie dürfen in dieser Zeit weder das Haus oder die Wohnung verlassen, noch Besuch von anderen empfangen.

Dabei gelten Ausnahmen im Falle von medizinischen Notfällen oder notwendigen Arztbesuchen sowie bei der Versorgung von Tieren. Sie dürfen natürlich auch das Haus verlassen, um einen PCR- oder Antigenschnelltest vornehmen zu lassen, um die Absonderungszeit zu verkürzen. Im Einzelfall kann das Gesundheitsamt die Absonderung zudem per Anordnung unterbrechen.

Wann muss ich mich in Absonderung oder Quarantäne begeben (Siehe beigefügte Grafik)?

Die Verpflichtung zur Absonderung in den eigenen vier Wänden gilt grundsätzlich in zwei Fällen

  1. Sie sind nachweislich mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 infiziert. Dieser Fall tritt ausschließlich dann ein, wenn ein PCR-Test bei Ihnen durchgeführt wurde und dieser ein positives Ergebnis aufweist.
  2. Es besteht der begründete Verdacht, dass Sie mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 infiziert sein könnten.

Der begründete Verdacht tritt ein, wenn Sie entweder:

  • einen Antigenschnelltest durchgeführt haben und dieser ein positives Ergebnis aufweist. Dabei ist es unerheblich, ob sich dabei um einen Selbsttest oder um einen Test handelt, der unter Aufsicht durchgeführt wurde.

Oder

  • an sich die typischen Symptome einer Infektion mit dem Corona-Virus, insbesondere Husten, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- oder Geschmacksverlust, bemerken und sich deshalb beispielweise bei Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt einer PCR-Testung unterziehen oder eine solche Testung von Ihrem Gesundheitsamt angeordnet wurde.

Oder

  • wenn Sie mit einer Person in einem Haushalt leben, die positiv getestet wurde. Eine Person ist gemäß der Absonderungsverordnung positiv getestet, wenn aufgrund eines PCR-Tests das Vorliegen einer Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen worden ist. WICHTIG: Wenn Sie vollständig geimpft oder genesen sind und keine Symptome haben, müssen Sie sich in diesem Fall nicht in Absonderung begeben.

Oder

  • von Ihrem Gesundheitsamt als enge Kontaktperson einer Infizierten Person eingestuft und entsprechend von Ihrem Gesundheitsamt benachrichtigt wurden. WICHTIG: Wenn Sie vollständig geimpft oder genesen sind und keine Symptome haben, müssen Sie sich in diesem Fall nicht in Absonderung begeben
Wer gilt im Falle einer Infektion als enge Kontaktperson?

Die Feststellung, wer im Infektionsfall als enge Kontaktperson gilt, ist immer vom Einzelfall abhängig und wird vom örtlich zuständigen Gesundheitsamt festgestellt. Die Gesundheitsämter orientieren sich bei der Erfassung der engen Kontaktpersonen an den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts.

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium hat mit einem Erlass an die Gesundheitsämter vom 10. September 2021 bereits gesondert darauf hingewiesen, dass bei einem Infektionsfall an einer Schule nur die direkten Sitznachbarinnen und Sitznachbarn eines betroffenen Kindes und bei einem Infektionsfall in einer Kindertagesstätte nur Kinder, mit denen das positiv getestete Kind innerhalb der KiTa-Gruppe den engsten Kontakt hatte, als enge Kontaktpersonen eingestuft werden sollen.

Zur Sicherstellung des Bildungsauftrags und des Bildungsanspruchs sollen Quarantäne-Anordnungen auf unmittelbare Kontakte beschränkt werden und nicht ganze Schulklassen oder ganze KiTa-Gruppen umfassen.

WICHTIG: Vollständig geimpfte oder genesene Personen müssen auch dann nicht in Quarantäne, wenn sie vom Gesundheitsamt als enge Kontaktpersonen identifiziert wurden.

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